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Umsatz im Gastgewerbe sinkt – Sechstes Verlustjahr mit Zahlen

Marvin Simon Bauer Weber • 2026-04-04 • Gepruft von Sofia Wagner

Das deutsche Gastgewerbe steht vor einer historischen Herausforderung. Im Jahr 2025 bahnt sich das sechste Verlustjahr in Folge an, während die Branche weiterhin massiv unter dem Vorkrisenniveau von 2019 leidet. Trotz nominaler Umsatzsteigerungen, die ausschließlich auf die Inflation zurückzuführen sind, verzeichnet die Branche real betrachtet zweistellige Rückgänge.

Die Ursachen sind vielschichtig: Von der drastischen Mehrwertsteuererhöhung auf Speisen über explodierende Betriebskosten bis hin zur anhaltenden Konsumzurückhaltung der Gäste. Besonders die Gastronomie trifft es dabei härter als die Beherbergung.

Die folgende Analyse beleuchtet die aktuellen Zahlen, die wirtschaftlichen Treiber der Krise und die Perspektiven für Hoteliers und Gastronomen.

Warum sinkt der Umsatz im Gastgewerbe?

Sechstes Verlustjahr

2025 markiert das sechste aufeinanderfolgende Jahr mit realen Umsatzeinbußen seit Beginn der Coronapandemie.

14,8 Prozent unter 2019

Der reale Gastgewerbeumsatz liegt deutlich unter dem Vorkrisenniveau, nominal ergibt sich durch Inflation ein Plus von 11,6 Prozent.

Steuern und Kosten

Die Mehrwertsteuererhöhung auf 19 Prozent und explodierende Betriebskosten belasten die Margen massiv.

Investitionsstau

Über 72 Prozent der Betriebe können notwendige Modernisierungen und Investitionen nicht mehr finanzieren.

  • Das Jahr 2025 stellt das sechste Verlustjahr in Folge für die gesamte Branche dar
  • Der reale Umsatz liegt 14,8 Prozent unter dem Niveau von 2019
  • Die Mehrwertsteuer für Speisen stieg zum 1. Januar 2024 von 7 auf 19 Prozent
  • Personalkosten stiegen zwischen 2022 und 2025 um 34,4 Prozent, Energie um 27,6 Prozent
  • 85,4 Prozent der Unternehmer befürchten weitere Steigerungen der Personalkosten
  • Fast drei Viertel aller Betriebe können keine notwendigen Investitionen mehr tätigen
  • Die Konsumzurückhaltung führt zu einem „Trading Down” bei den Gästen
Zeitraum Reale Veränderung vs. 2019 Nominale Veränderung Anmerkung
2019 Basisjahr (0%) Basisjahr Vorkrisenniveau
2024 Negativ Leicht positiv Fünftes Verlustjahr
2025 (H1) -15,1% +10,9% Halbjahresbilanz
2025 (Jan-Nov) -14,4% +12,0% Zeitraum Januar bis November
2025 (Gesamt) -14,8% +11,6% Jahresbilanz
Dezember 2025 -18,0% +7,6% Weihnachtsgeschäft schwach

Wie stark ist der Umsatzrückgang im Gastgewerbe?

Rückgang gegenüber dem Vorkrisenniveau

Der Vergleich mit dem Jahr 2019 offenbart die strukturelle Krise der Branche. Der reale Umsatz im gesamten Jahr 2025 lag um 14,8 Prozent unter dem Niveau von vor der Pandemie. Nominal wurden zwar 11,6 Prozent mehr umgesetzt, doch dieser Zuwachs resultiert ausschließlich aus Preissteigerungen.

Entwicklung gegenüber dem Vorjahr 2024

Im direkten Jahresvergleich 2025 zu 2024 zeigt sich ebenfalls ein negativer Trend. Die Betriebe verzeichneten ein reales Minus von 2,1 Prozent, während die nominalen Umsätze lediglich um 1,4 Prozent stiegen. Die DEHOGA Berlin bestätigt diesen anhaltenden wirtschaftlichen Druck.

Unterschiedliche Branchenzweige

Die Entwicklung verläuft zwischen Gastronomie und Beherbergung divergent. Während Hotels von einem starken Deutschland-Tourismus profitieren und ein reales Minus von 2,0 Prozent verzeichneten, lag die Gastronomie bei minus 2,2 Prozent. Im ersten Halbjahr 2025 betrug das Defizit bei den gastronomischen Betrieben sogar 17,4 Prozent gegenüber 2019.

Wie sieht die Prognose für den Umsatz im Gastgewerbe aus?

Explodierende Kostenbelastung

Die Kostenentwicklung zwischen Januar 2022 und Juli 2025 belastet die Betriebe massiv. Daten zeigen Steigerungen bei Personalkosten um 34,4 Prozent, Lebensmitteln um 27,1 Prozent und Energie um 27,6 Prozent. Für 85,4 Prozent der Unternehmer stellen die Personalkosten die größte Sorge dar.

Investitionsstau und Zukunftsfähigkeit

Die finanzielle Schieflage führt zu einem dramatischen Investitionsstau. Laut DEHOGA-Umfrage konnten 72,1 Prozent der Unternehmer in den vergangenen Jahren notwendige Investitionen nicht mehr tätigen. Nur 27,9 Prozent halten ihre Betriebe im erforderlichen Umfang zukunftsfähig.

MwSt-Erhöhung als Wettbewerbsnachteil

Die Erhöhung der Mehrwertsteuer für Speisen von 7 auf 19 Prozent zum 1. Januar 2024 verschärft die Krise zusätzlich. Verbraucher weichen verstärkt auf den Lebensmitteleinzelhandel aus, wo weiterhin der ermäßigte Steuersatz gilt. Dies führt zu einer massiven Wettbewerbsverzerrung zugunsten des Take-away-Marktes.

Regionale Unterschiede beim Umsatzrückgang

Präzise Daten zu Umsatzrückgängen auf Bundesländerebene liegen in den vorliegenden Statistiken nicht vor. Die DEHOGA-Gliederungen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin berichten über ähnliche Trends wie der Bundesverband. Eine differenzierte Analyse nach Regionen, die etwaige Unterschiede zwischen Stadt und Land oder zwischen Tourismusregionen und Geschäftsreisemärkten aufzeigt, bleibt den bisherigen Veröffentlichungen vorbehalten. Weitere Informationen zur Steuererklärung 2023 für Privatpersonen finden Sie in unserem Quelle politiklage.de guide.

Datenlage zu Insolvenzen

Konkrete, regionale Aufschlüsselungen von Insolvenzquoten im Gastgewerbe nach Bundesländern liegen aktuell nicht vor. Die verfügbaren Daten beschränken sich auf bundesweite Entwicklungen und qualitative Aussagen des Branchenverbandes.

Wie entwickelte sich die Krise im Zeitverlauf?

  1. 2019: Das Jahr dient als letztes Vorkrisenjahr und Benchmark für alle folgenden Vergleiche.
  2. 2020-2021: Coronapandemie führt zum ersten massiven Einbruch der Umsätze in der Branche.
  3. 2022: Beginn der Erholungsphase, jedoch mit beginnenden Inflationstendenzen.
  4. 2023: Weitere wirtschaftliche Eintrübung durch Energiekrise und steigende Kosten.
  5. 2024: Fünftes Verlustjahr; die Mehrwertsteuererhöhung auf Speisen tritt zum 1. Januar in Kraft.
  6. Januar-Juni 2025: Reales Umsatzminus von 15,1 Prozent gegenüber 2019.
  7. Dezember 2025: Selbst das Weihnachtsgeschäft verzeichnet ein reales Minus von 2,0 Prozent gegenüber Dezember 2024.

Was ist über die Umsatzentwicklung gesichert und was bleibt offen?

Gesicherte Fakten

  • Reales Umsatzminus von 14,8 Prozent im Jahr 2025 gegenüber 2019
  • Sechstes Verlustjahr in Folge für die Branche
  • Kostensteigerungen: Personal +34,4%, Energie +27,6% (2022-2025)
  • 72,1 Prozent der Betriebe können nicht investieren
  • Mehrwertsteuererhöhung seit Januar 2024 von 7 auf 19 Prozent

Unklare Entwicklungen

  • Prognosen für das Jahr 2026 liegen nicht vor
  • Regionale Unterschiede zwischen den Bundesländern nicht quantifiziert
  • Konkrete Insolvenzstatistiken fehlen
  • Langfristige Effekte des Konsumwandels bleiben abzuwarten

Wirtschaftlicher Kontext der Gastgewerbe-Krise

Der Umsatzrückgang im Gastgewerbe spiegelt breitere wirtschaftliche Spannungen wider. Die anhaltende Inflation und die Konsumzurückhaltung der privaten Haushalte treffen einen Sektor, der besonders vom diskretionären Konsum abhängt. Verbraucher gehen seltener auswärts essen, wählen günstigere Gerichte und verzichten auf Vorspeisen oder zweite Getränke. Dieses „Trading Down” belastet die Margen der Betriebe zusätzlich.

Die Kostenexplosion bei Energie und Personal trifft zudem einen Dienstleistungssektor mit hohem Arbeitskräftebedarf und intensiver Ressourcennutzung. Die Krise im Gastgewerbe steht damit exemplarisch für die Herausforderungen des deutschen Mittelstands in einer Phase stagflationsähnlicher Tendenzen. Wer sich über die allgemeine wirtschaftliche Lage informieren möchte, findet unter Symptome Burnout-Test – Anzeichen erkennen und kostenlos testen zusätzliche Informationen zu gesundheitlichen Folgen wirtschaftlichen Stresses.

Wer dokumentiert die Umsatzentwicklung?

Das Gastgewerbe in Deutschland steht weiterhin unter massivem wirtschaftlichem Druck. Die Umsatzentwicklung zeigt deutlich, dass die Branche von den Folgen der Pandemie und den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nachhaltig gezeichnet ist.

— DEHOGA Bundesverband, basierend auf Destatis-Daten

Die primäre Datenquelle bildet das Statistische Bundesamt (Destatis), dessen Zahlen vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) analysiert und kommuniziert werden. Die Landesverbände in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin ergänzen diese mit regionalen Halbjahresbilanzen. Fachmedien verarbeiten diese Daten für die Fachöffentlichkeit.

Fazit zum Umsatzrückgang

Das deutsche Gastgewerbe befindet sich 2025 in einer tiefen Strukturkrise. Mit einem realen Umsatzrückgang von 14,8 Prozent gegenüber 2019 und dem sechsten Verlustjahr in Folge zeigen die Zahlen eine Branche unter Existenzdruck. Die Kombination aus steuerlichen Belastungen, explodierenden Betriebskosten und verändertem Konsumverhalten lässt nur wenig Raum für Optimismus. Ohne gezielte wirtschaftspolitische Entlastungen und eine Stabilisierung der gesamtwirtschaftlichen Lage bleibt die Zukunft vieler Betriebe unsicher. Aktuelle Entwicklungen lassen sich auch via Mein Schiff Relax Webcam – Position und Zeitraffer verfolgen beobachten, die exemplarisch für die Beherbergungsbranche steht.

Häufige Fragen

Wie viele Verlustjahre in Folge erlebt das Gastgewerbe?

2025 markiert das sechste Verlustjahr in Folge für die Branche, beginnend mit dem Einbruch durch die Coronapandemie 2020.

Warum steigen die Umsätze nominal, aber nicht real?

Die nominalen Steigerungen um 11,6 Prozent resultieren ausschließlich aus Preisanpassungen und Inflation. Real, also preisbereinigt, sinkt der Umsatz.

Welche Rolle spielt die Mehrwertsteuer?

Die Anhebung von 7 auf 19 Prozent seit Januar 2024 verschärft die Wettbewerbssituation gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel und führt zu Preiserhöhungen.

Wie viele Betriebe können nicht investieren?

72,1 Prozent der Unternehmer gaben an, in den vergangenen Jahren notwendige Investitionen nicht tätigen zu können.

Gibt es Unterschiede zwischen Hotels und Restaurants?

Ja. Hotels verzeichneten 2025 ein reales Minus von 2,0 Prozent, die Gastronomie von 2,2 Prozent. Im ersten Halbjahr lag die Gastronomie bei minus 17,4 Prozent gegenüber 2019.

Wie entwickelte sich das Weihnachtsgeschäft 2025?

Im Dezember 2025 sank der Umsatz real um 2,0 Prozent gegenüber Dezember 2024, nominal stieg er um 1,6 Prozent.

Welche Kosten sind am stärksten gestiegen?

Personalkosten (+34,4%), alkoholfreie Getränke (+33,7%) und Energie (+27,6%) zeigten die höchsten Steigerungen zwischen 2022 und 2025.

Marvin Simon Bauer Weber

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